Kant, Immanuel PDF Drucken E-Mail
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Kant, Immanuel

 

(* 22. 4. 1724 Königsberg, + 12. 2. 1804 ebenda) Philosoph.


Begründer des sogenannten „kritischen Idealismus“ und einer der einflussreichsten Denker der Neuzeit.

Kant lebte als Hauslehrer, Privatdozent und Unterbibliothekar in seiner Geburtsstadt und schlug alle Lehrstuhlangebote anderer renommierter Universitäten aus, bis er 1770 von der Universität Königsberg eine Professur für die Fächer Logik und Metaphysik annahm.

In seinem berühmten Werk „Kritik der reinen Vernunft“ stellt er die gesamte vorherige Metaphysik als unkritisch und dogmatisch in Frage. Er untersucht die Möglichkeit einer Philosophie als Wissenschaft, und zwar durch die Analyse des menschlichen Erkenntnisvermögens und seiner Grenzen. Wahre Erkenntnis ist nur im Zusammenwirken von Sinnlichkeit und Verstand möglich und bezieht sich nicht auf die „Dinge an sich“, sondern nur auf die Erscheinungswelt. Kant lehnt alle spekulativen, nicht auf die Erfahrung gestützten Aussagen über die Seele, Gott, die Unsterblichkeit oder das Weltganze als Anmaßung ab.

In seiner Ethik (Kritik der praktischen Vernunft, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten) betont er die Freiheit des Menschen zur Vernunft und beschreibt die Vernunft als die höchste und letzte Autorität der Moral. Er stellt ein oberstes und allgemeines ethisches Gesetz auf, den sogenannten kategorischen Imperativ: „Handle nur nach der Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Berühmt geworden ist auch Kants Definition der Aufklärung: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines eigenen Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht im mangelnden Verstand, sondern im fehlenden Mut begründet liegt. Habe den Mut, dich deines Verstandes zu bedienen.“ Dieser Leitsatz ist 200 Jahre nach Kants Tod noch höchst aktuell...

Autor: Helmut Müller
 
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