Gedicht zu einem Begräbnis (D. Bonhöfer) PDF Drucken E-Mail

Gedicht

 

Steht nicht an meinem Grab und weint,

ich bin hier nicht, ich schlafe nicht.

 

Ich bin die tausend Winde,

das Diamantglitzern auf dem Schnee.

 

Ich bin der Sonnenschein auf reifem Korn,

ich bin der sanfte Herbstregen.

 

Wenn ihr aufwacht in der Morgenstille,

bin ich der schnelle Flügelschlag stiller Vögel

im kreisenden Flug.


Ich bin der Stern, sein mildes Licht  in der Nacht.

 

Steht nicht an meinem Grab und weint,

ich bin hier nicht ....

 

 

 

Je schöner und voller die Erinnerung,

desto schwerer ist die Trennung.

 

Aber die Dankbarkeit

Verwandelt die Erinnerung

In eine stille Freude.

Man trägt das vergangene Schöne

Nicht

Wie einen Stachel,

sondern wie en kostbares Geschenk in sich.

 

Dietrich Bonhoeffer

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 7. Mai 2008 )
 
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