Gedicht
Du darfst an Schönheit verlieren
Dein Haar fällt aus,
und du bist nicht so schön.
Deine Augen haben dunkle Schatten,
dein Körper ist aufgedunsen: die Arme bedeckt mit
Blutergüssen und Einstichstellen,
die Beine geschwollen und nutzlos.
Dein Körper und dein Gesit
Sind geschwächt von giftigen Chemikalien,
der Urin riecht nach Antibiotika,
selbst der Schweiß,
der deinen Körper bedeckt in den frühen Stunden des Morgens,
hat den Geruch von chemischen Mitteln.
Dir ist ständig übel -
Ich wage es nicht, mich im Bett zu bewegen,
aus Angst, dich aufzuwecken;
du stöhnst dann,
lehnst dich über die Bettkante,
und erbrichst in den Beutel.
Ich rolle mich zusammen wie ein Embryo
Und ziehe mich in meine Träume zurück,
furchtsam wende ich dir meinen Rücken zu -
ich habe Angst
und ich verstecke mcih;
aber ich liebe dich so sehr;
an dieser Wahrheit ändert sich nichts.
Vor Jahren, als ich dich kennenlernte, als wir uns verliebten
Hat deine Schönheit mich angezogen;
Lange, goldbraune Haare,
klare und friedvolle grüne Augen,
hohe Wangenknochen und lange, geschmeidige Muskeln;
aber, weißt du,
ich habe mich in deine Seele verliebt,
deine wahre Essenz,
und sie kann nicht an Schönheit verlieren.
Manchmal
Ist selbst deine Seele getrübt,
doch ich erkenne dich trotzdem noch.
Wir mögen zwar Angst haben
Und unseren Kummer verstecken;
Es mag noch etwas dauern,
bis wir die Wahrheit akzeptieren,
und doch möchte ich nirgendwo anders sein:
Ich bin hier bei dir,
du darfst für die Welt an Schönheit verlieren;
du bist in Sicherheit -
ich werde dich immer lieben.
Christine Longaker
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