Zwei
Frösche, die sehr Hunger litten, denn es war schon Herbst und die Fliegen waren
rar, kamen in den Stall eines Bauernhofes. Sie entdeckten dort zu ihrer Freude
zwei Eimer mit frisch gemolkener Milch. Es war niemand in der Nähe, also
fassten sie sich ein Herz und sprangen mit einem hohen Satz in die nahrhafte
Flüssigkeit, der eine in den linken, der andere in den rechten Eimer. Sie
tranken nach Herzenslust, bis sie gesättigt waren.
Wie
groß aber war ihr Schrecken, als sie sahen, dass es kein Entrinnen gab. Die
glatte Wand des Eimers machte all ihre Bemühungen, wieder auf festen Boden zu
kommen, zunichte.
Der
Frosch im linken Eimer war erschöpft. In seiner Todesnot rief er dem Kollegen
zu: „Ich kann nicht mehr, es ist aus. Lebewohl."
Der
andere ermunterte ihn: „Schwimm, so lange du kannst, nicht aufgeben!" Doch
vergebliche Liebesmüh. Der Frosch im linken Eimer streckte mutlos alle viere
von sich und musste ertrinken.
Der
Frosch im rechten Eimer dagegen ruderte und ruderte .... Am nächsten Morgen
fand der Bauer im linken Eimer einen toten Frosch. Im rechten Eimer aber saß
munter ein Frosch auf einem Klümpchen Butter.
Mit
einem Riesensprung rettete er sich ins Freie.
gefunden in den unendlich vielen
tiefgründigen Weisheiten des Orients & Okzidents von
Sonja
Luckeneder
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 22. September 2009 )