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UNESCO - Welttag der Philosophie 2008


Tugenden und Werte in einer globalisierten Welt

Ist Philosophie wieder aktuell?



München ab 19 Uhr


Lange Nacht der Philosophie



Die Philosophie - eine Schule der Freiheit


Als Schule der Freiheit bezeichnet die UNESCO die Philosophie. In ihr können Schlüsselwerte wie Gerechtigkeit, Würde und Freiheit analysiert und verstanden werden. Mit der Schulung von unabhängigem Denken und Urteilen werden die Fähigkeiten des kritischen Verstehens und Hinterfragens der Welt und ihrer Probleme verbessert.

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Angesichts der globalen Krisen Klimawandel, Finanzkrise und neuer Separatismus geht es der UNESCO darum, das öffentliche Denken mit einer bestimmten Anzahl an philosophischen und moralischen Begriffen zu durchdringen, die als „Minimalausstattung" erachtet werden.


Die Philosophie kann dabei als Schule der Solidarität und als eine Basis für besseres gegenseitiges Verständnis erachtet werden, was wesentlich ist, um einen Dialog zwischen Zivilisationen zu fördern.

 
Deshalb ist es der UNESCO wichtig, die Philosophie zu popularisieren und die gefundenen Ideen auch in konkrete Handlungen zu übertragen.



 

 

Das Menschenbild in der Konfuzianischen Philosophie


Der Philosoph Konfuzius lebte wie wir in einer Zeit der Krise. Die alten traditionellen Werte gerieten in Vergessenheit. Unsicherheit, Aberglauben, Materialismus und Egoismus beherrschten die Gesellschaft.

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Für Konfuzius war gerade hier jeder Einzelne gefragt. Er lebte seine Ideen praktisch vor: Verantwortung übernehmen, zunächst für sich selbst. Sich innerlich weiter entwickeln, Tugenden erwerben für die Zeit, in der man vielleicht gebraucht wird in der Gesellschaft.

 

Ein Mensch, der so lebt (Konfuzius nennt ihn Dschün Dse, den edlen Menschen), ist durch sein Vorbild wie ein Stein, der ins Wasser fällt. Er zieht immer größere Kreise der positiven Veränderung.


Jeder kann ein Dschün Dse sein, die heutige Zeit braucht Dschün Dses oder - modern ausgedrückt - Volunteers.

 

 

 

Der Mensch in der Griechischen Philosophie nach Platon


Was sind Tugenden und Werte? Platon leitet sie aus seinem Menschenbild ab und beschreibt sie anhand der Kardinaltugenden der Antike. Er schreibt dem Menschen - treu nach der griechischen Überlieferung - eine unsterbliche Seele zu,  und erklärt mit dem Mythos der Metallzugaben in den Seelen der Menschen die verschiedenen Berufsgruppen und Tugenden des idealen Staates. Ein Individuum ist wie ein Staat im Kleinen, auch für den einzelnen sind also Besonnenheit, Tapferkeit, Weisheit und Gerechtigkeit anstrebenswert. noche_larga_unesco_nov_2008_no.7_klein1.jpg

  Besonders eindrucksvoll ist Platons Mythos des Höhlengleichnisses. Die Analogie zu den heute vor den Bildschirmen „gefesselten" Menschen zeigt die Aktualität dieses überzeitlichen Gleichnisses. Wer Mut hat, flieht aus der stumpfsinnigen Bequemlichkeit der Höhle und wird zum Philosophen - zum Menschen, der nach höherer Erkenntnis strebt und hinter die Schatten und den Schein blickt. Wer auch die anderen aus der Höhle befreien will und wieder zurückkehrt, ist nach Platon ein „Politiker", dem das Wohl der anderen mehr am Herzen liegt als das eigene. Denn es könnte sein, dass der, der in die Höhle zurückkehrt, getötet wird - wie Platon am Schicksal seines geliebten Meisters Sokrates erleben musste...


Ziel des tugendhaften Lebens ist es, die Seele schon zu Lebzeiten vom Leibe „abzusondern", sie aus der „Höhle der Sinnlichkeit" zu befreien. Das Philosophieren bringt den Menschen der Unsterblichkeit nahe, denn das, was überleben wird, ist die Seele. Und das, was sie nach drüben mitnehmen kann, ist Weisheit und Erkenntnis.

 

 

Vergleichbare Modelle der Moderne


Das besondere des Konfuzianischen und Platonischen Menschenbild liegt darin, dass der Mensch als Schlüssel zu einer Veränderung in der Gesellschaft betrachtet wird. Durch Ausübung der Tugenden wie Besonnenheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit, der Werte „von damals", soll es gelingen, die Ordnung und Harmonie - im Menschen, aber auch in der Gesellschaft - wiederherzustellen.


Passend zum Motto unserer Langen Nacht der Philosophie stellen wir auch fest, dass sowohl nach Konfuzius wie auch nach Platon "Macht und Gerechtigkeit" kein Widerspruch sein müssen, wie wir es heute meist erleben. Macht und Gerechtigkeit sind kein "entweder - oder", sondern ein "sowohl - als auch", wenn die öffentlich engagierten (Politiker, Volunteers) gleichzeitig einem Weg der Tugend folgen.

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Welche vergleichbaren Modelle kennen wir heute? 

 

Die moderne Philosophie zitiert oft Kant bzw. den kategorischen Imperativ!

Heute leben wir in eine Welt, die durch die Wirtschaft regiert wird, und man fragt sich, ob nicht auch die Werte und Tugenden der freien Marktwirtschaft unterliegen? Wie sind die Verhältnisse zwischen Macht und Gerechigkeit?

Heute leben wir in einer Welt der Globalisierung. Je mehr die Globalisierung voran schreitet, desto mehr fragt man sich, welche Werte für das Zusammenleben zwischen den Menschen notwendig sind? Das ist die Herausforderung und die Chance des heutigen globalen Menschen!

 

 

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Warum?


  • Nur universelle Werte und Tugenden halten der Globalisierung stand. Diese universellen Werte muss man erheben und zu den globalen machen.
  • Der Mensch der Moderne versteht sich als Wesen, welches frei über sich selbst verfügt. Die Freiheit bedeutet, dass der Mensch bestimmte Rechte für sich beanspruchen kann. Aber auf der anderen Seite hat er auch Verpflichtungen und er muss die Verantwortung für seine Handlungen übernehmen.
  • Verantwortung, heißt Antwort zu geben auf das, was notwendig ist. Es gibt auch heute Menschen mit Idealen, Werten und Tugenden, die in der Form von Bürgerinitiativen versuchen, diese zu leben und umzusetzen: Vereine, Stiftungen usw. im sozialen, im ökologischen, im Kampf für Menschenrechte, gegen Armut, für bessere Bildung usw. Diese geben vielen Menschen wieder Hoffnung und Orientierung.
  • Auch Neue Akropolis ist ein Verein, der sich global einsetzt für die universellen Werte und Tugenden, die in ihren Grundsätzen stehen!


Letzte Aktualisierung ( Samstag, 27. Dezember 2008 )
 
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