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Integration oder Individualismus?

 

Die Individuation des Einzelnen zum Wohle der Gemeinschaft

 

Europäische Union, höchste Scheidungsrate, Osterweiterung der EU, Verletzung der Minderheitenrechte, internationale Integration und Kooperation, Vereinsamung in der Masse, Weltstaat und nationale Befreiungskriege für ethnisch homogene Kleinstaaten! Das sind die Schlagworte, mit denen der Mensch heute konfrontiert ist. Man erkennt darin zwei diametrale Strömungen: Integration und Konformität versus Individualismus und Autonomie. Welche Lösungsansätze kann die Philosophie in diesem Dilemma anbieten?

1. Der Mensch – ein Gemeinschaftswesen


Ein Gesellschaftswesen – ein Zoon politikon – zu sein, gehört zu den grundlegenden Wesenszügen des Menschen und ist mit seiner ureigenen Natur verbunden. Der Mensch ist schon biologisch gesehen ohne Beziehung zum Mitmenschen nicht lebensfähig: der Säugling braucht die Mutter. Erziehung und Entwicklung sind an zwischenmenschliche Beziehungen gebunden. Speziell die kulturellen Aspekte, die den Menschen im Eigentlichen charakterisieren, wie etwa Sprache, Schrift, Religion und ethisch-moralische Grundlagen, verlangen per se eine Gemeinschaft, in der diese Elemente gelebt werden. Das Zusammenleben mehrerer Menschen ist daher Bedingung und Voraussetzung für Aufbau und Bestand jeglicher Tradition.

Die moderne Soziobiologie sieht zum Beispiel – in Übereinstimmung mit den klassischen Kulturen – in der Familie eine Vater-Mutter-Kind-Triade, die als organische, unzertrennbare Einheit bzw. Ganzheit funktionell und inhaltlich unersetzbar und unantastbar sein muss. Dazu gehört, dass keine bisher bekannte Menschengruppe ohne irgendeine Form ehelicher Dauerpartnerschaft oder ohne familiäre Struktur lebte. In der heutigen Wissenschaft werden daher familiäre oder sonstige soziale Strukturen des Menschen als ein Teil der natürlichen Conditio humana dargestellt.

Zusammenfassend kann man sagen: Der Mensch braucht den Menschen, um überhaupt erst Mensch werden und sein zu können. Ein philosophisch denkender Mensch fragt sich nicht nur: Wer bin ich?, sondern weiß: Als ich geboren wurde, hatte ich Eltern, Großeltern, Geschwister. Ich bin nicht aus mir selbst, sondern aus einem und in ein soziales Umfeld geboren. Ich lebe nicht allein. Niemandem gelingt es tatsächlich, nur für sich selbst zu leben. In einer Umwelt, die immer komplizierter und komplexer wird, besteht sogar die Notwendigkeit, Gruppen zu bilden, um dem Leben zu begegnen. Wie kann ich nun mit den Menschen zusammenleben? Wie kann ich gleichzeitig meine Philosophie, meine Ideale und meine ethischen Werte bewahren? Wie kann ich zugleich offen sein für wertvolle, befruchtende Ideen und Werte aus der Gesellschaft?

 2. Individuum und Gesellschaft


Zwischen Individuum und Gesellschaft bestehen aber nicht nur bedingende Wechselbeziehungen, es gibt auch gewisse Interessendivergenzen zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft – eine Spannung zwischen dem Einzelnen und den Anforderungen, die von der Gesellschaft an ihn gestellt werden. Es besteht ein Spannungsverhältnis zwischen den Autonomiebestrebungen des Einzelnen auf der einen Seite und den Konformitätsbestrebungen des Ganzen auf der anderen Seite.

Um das komplexe Interaktionssystem einer Gemeinschaft nicht in ein Chaos abgleiten, sondern wie in einem Organismus ein sinnvolles und zielorientiertes Zusammenarbeiten entstehen zu lassen, sind daher Normen oder Spielregeln notwendig. Cicero hat dies so schön ausgedrückt: „Ubi societas, ibi ius“ (Wo eine Gemeinschaft/Gesellschaft ist, dort gibt es auch ein Recht/Gesetz). Wobei sich diese notwendigen Normen keineswegs nur auf staatliche Gesetze beschränken, sondern auch in Ethik, Brauchtum und Sitten etc. zu finden sind.

Jeder Mensch sucht das Glück. Wie bringe ich nun meine eigene Suche nach dem Glück mit der kollektiven Suche nach Glück in Einklang? Denn für ein gutes Zusammenleben müssen wir unser Streben nach Freiheit beschränken und zugleich die Begrenzungen, die aus der Gemeinschaft entstehen, minimieren.

Wir können nicht immer tun, was wir wollen. In einer Gemeinschaft ist es nicht möglich, dass jeder das tut, was ihm gerade in den Sinn kommt. Überdies ist ein Staat oder eine Gesellschaft eine organische Einheit mit einem gemeinsamen Ziel und einer gemeinsamen Aufgabe. Der Einzelne muss daher gewisse partikuläre und individuelle Interessen zu Gunsten der größeren, übergeordneten Ebene hintanstellen. So wird auch seit der Zeit der Romantik ein Staat mehr und mehr als ein Organismus verstanden, der mehr als nur die Summe seiner Teile darstellt. Auch Rudolf Kjellen, ein schwedischer Staatsrechtler, behauptet, dass ein Staat ein Lebewesen ist, das unter dem Gesetz des Lebens – wie jeder andere Organismus auch – steht.

Interessenkonflikte tauchen jedoch nicht erst in einer Familie, Gesellschaft oder Nation auf, sondern finden sich bereits eine Stufe darunter: sogar im Zusammenleben eines Menschen mit sich selbst sind sie möglich: Wer kennt nicht die Situation, dass ein Mensch zwanghaft vor dem Computer sitzt, um doch endlich das Computerspiel zu gewinnen, obwohl etwas in eben dem gleichen Menschen zu gleicher Zeit fest davon überzeugt ist, dass die Zeit anderswo viel besser verwendet werden könnte bzw. sollte?

Wer darf nun bestimmen, was tatsächlich geschehen soll? Der Computerfanatiker, der nicht verlieren kann, oder der Vernünftige? Oder allgemeiner formuliert: Sollen wir unserem Egoismus, unseren persönlichen Impulsen folgen, oder besser dem Altruismus, um eine bessere Gesellschaft zu gestalten? Wer bestimmt in der Gemeinschaft die Normen? Wer besitzt die Kompetenz bzw. die moralische Berechtigung, die Ziele, den Willen und das Wohl der Gemeinschaft zu erkennen, wahrzunehmen und zu formulieren?

Bis zu welchem Punkt kann ich in der Gesellschaft glücklich sein? Inwieweit hilft sie mir sogar dabei – inwieweit steht sie dem entgegen? Wie lassen sich die Notwendigkeiten des einen mit denen des anderen in Einklang bringen? Auf diese Fragen gab es im Laufe der Geschichte viele Antworten. Einige davon waren mehr, andere weniger philosophisch. Auch der berühmte griechische Philosoph Platon versuchte auf diese heiklen Fragen eine Antwort zu finden. „Wenn nicht entweder die Philosophen Könige werden oder die, die man heute Könige und Machthaber nennt, echte und gründliche Philosophen, und wenn dies nicht in eines zusammenfällt, so wird es mit dem Elend kein Ende haben, nicht für die Staaten und auch nicht, meine ich, für das menschliche Geschlecht.“

Die Philosophie bringt uns dazu, dass wir das Gerechte in uns zur Entwicklung bringen in der Ausübung von Macht und im Austragen von Konflikten. Es gibt immer Konflikte, muss immer Konflikte geben, weil die Interessen jedes Individuums verschieden sind. Aber die Philosophie hilft uns, diese Konflikte besser in den Griff zu bekommen. Sie versucht, alle das gemeinsame Wohl sehen zu lassen – und auch die anderen besser kennen zu lernen – und auch zu zeigen, dass hinter den Erscheinungsformen die Menschen gut und uns selbst sehr ähnlich sind.

Die Philosophie ist die Kunst, das Wesentliche, die Essenz zu erkennen. Wenn ich die Essenz einer Person anerkenne, kann ich mit ihr in Dialog treten und unsere gemeinsamen Anstrengungen auf intelligente Art vereinen. Das ist eine philosophische Form, Konflikte zu lösen. Die Einführung der Philosophie in soziale Beziehungen erlaubt, die sozialen Verbindungen humaner und friedlicher zu machen. Es handelt sich dann um einen Dialog und nicht um brutale Macht der Gewalt.

Philosophie erlaubt eine „Vermenschlichung“ des Zusammenlebens sowie den Fragen nach der Macht, dem Guten und dem Gerechten nachzugehen. Die Philosophie aus sozialen Fragen auszuklammern, ist ein verheerender Fehler, denn dabei geht jeglicher Humanismus verloren.

Ohne Philosophie gibt es weder Menschenrechte noch Menschenpflichten. Historisch gesehen gelangte das griechische „Ideal des Bürgers“ nach Rom, wurde dort zum Begriff des „Weltbürgertums“ und bildet heute noch die Basis der Menschenrechte.


3. Autonomie und Trennung


Wie steht es heute in unserer Gesellschaft mit dem Spannungsverhältnis zwischen der Autonomie des Einzelnen und der Konformität oder Einheit des Ganzen?


Was in den vergangenen Jahren die politische Landschaft bestimmte, war der Nationalstaatsgedanke und die daraus folgende Teilung, Abspaltung und Auflösung von Vielvölkerstaaten. Alte Strukturen zerbrachen nicht nur auf Grund der Missachtung nationaler Minderheitenrechte. Ausgehend von dem allgemein anerkannten Recht auf Selbstbestimmung von Völkern, die unter Kolonialmacht standen, hat sich dieses Selbstbestimmungsrecht zunehmend verselbständigt (bis zum Selbstbestimmungsrecht in Europa) und zu einem Kampf von ethnischen Kleinstgruppen um einen eigenen Staat geführt. Doch wo hört dies auf? Bei einer ethnischen Gruppe in einem Land, in einer Stadt, in einem Wohnblock? Jeder glaubt einzig und allein für sich das Recht zu besitzen, sein eigenes Schicksal bestimmen zu dürfen bzw. zu müssen.


Andererseits ist der Mensch heute kaum mehr bereit, Menschen anderer Nationalitäten im eigenen Staat zu beherbergen (steigende Ausländerfeindlichkeit).


Dieses Phänomen beginnt aber nicht erst auf staatlicher Ebene bzw. auf der Ebene ethnischer Volksgruppen, sondern es begegnet uns bereits auf der familiären Ebene. Auch hier will jeder „sich selbst“ verwirklichen, möglichst ohne Schranken und Kompromiss, ohne Rücksicht auf seine Verantwortlichkeiten oder auf seinen sozialen Rahmen, wie zum Beispiel seine Eltern, seinen Partner oder seine Kinder. Galt noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer Ehe als oberstes Ziel, den anderen glücklich zu machen, so geht es heute in den Partnerschaften darum, selbst glücklich zu werden. Hart formuliert heißt das: Ich wähle den Partner, der mich in meiner Selbstverwirklichung am wenigsten stört, der aber da ist, wenn ich ihn brauche. Jeder glaubt sein Leben leben zu müssen im Sinne einer Verwirklichung aller seiner Triebe, Wünsche und Gefühle, in Egoismus und Egozentrismus verstrickt, ohne zu bemerken, dass dabei das Menschliche immer mehr verloren geht. Nicht nur die Staaten, sondern auch die Familien zerbrechen auf Grund der Unfähigkeit zu einem sozialen Miteinander.

Diese Unfähigkeit beruht auf der Überbewertung des eigenen Ichs, weshalb ein Zurücktreten hinter ein übergeordnetes Gemeinwohl oder übergeordnete Interessen unmöglich wird. Egal von welcher Sicht aus dies nun betrachtet wird, von der Sicht des Einzelmenschen oder von einer ganzen ethnischen Gruppe, immer gibt es einen anderen, einen, der nicht dazugehört, der anders, fremd und unbekannt ist, der nicht zu meiner „in group“, sondern zur „out group“ gehört, also von außen kommt und daher auch Gefahr für mich bringt.

Wie den Egoismus im Menschen gilt es auch den Nationalismus der Völker zu überwinden. Die inneren Grenzen und Blockaden, die einer vorurteilsfreien, menschlichen und offenen Begegnung entgegenstehen, sollten fallen … nicht nur die physischen Mauern.

Mit dieser Auflösung und Abspaltung geht heute auch die Auflösung der traditionellen Orientierungsgewissheit Hand in Hand. Der Mensch braucht gewisse Vorstellungsschemata, um die Welt begreifen, aber auch um Sicherheit und ein gewisses „Geborgenheitsgefühl“ empfinden zu können. Mit dem Zusammenbruch der tradierten Strukturen, zu welchen das Staatengefüge, das Gesellschaftssystem, die Familie, aber auch das Weltbild, die Weltanschauung und nicht zuletzt die Religion zu zählen sind, entsteht ein ungeheures Potenzial an Unsicherheit und Angst, welches zur Freisetzung des Chaotischen im Menschen und zu einem Kult zum Hässlichen führt.

Der Mensch schließt sich in seine kleine Wohnung ein, verunsichert, ängstlich oder bedroht von allem und jedem, was von außen kommt. Aber er sitzt vor seinem Computer mit E-Mail und Internet: Kontakt nach außen, kontrolliert und kontrollierbar.


4. Konformität und Einheitlichkeit

Gemeinschaft oder Einheitlichkeit bedeutet nicht Gleichmacherei. Nehmen wir als analoges Beispiel den menschlichen Organismus, der aus einer Unzahl von verschiedenen Zellen besteht, die ihrerseits zu verschiedenen Organen oder Einheiten zusammengefasst sind. So hat auch innerhalb der Menschheit jede Gruppe, fernab von jedweder Bewertung, einen eigenen Charakter, eigene Fähigkeiten, Aufgaben und Funktionen, die unter keinen Umständen nivelliert werden dürfen. Jeder hat seinen eigenen Platz, den auch nur er selber ausfüllen kann, und trotzdem gehört er zu einem großen, unteilbaren Ganzen – und auch hier wieder ohne Unterschied, ob der Einzelne als Teil einer Familie, einer Gemeinschaft, in einem Staat oder als Teil der Menschheit gesehen wird.


Genau dieses Wissen um die Notwendigkeit des Zusammenwirkens, das sich in einer Zeit der Teilung und Spaltung vielleicht sogar als innere Sehnsucht meldet, lässt immer wieder gemeinschaftsfördernde Aktivitäten entstehen. Bereits im alten Rom finden wir Bestrebungen, die ganze Welt in einem Staat zu vereinigen – ausgehend von der antiken Anthropologie in einem ideellen kosmischen Sinn, fernab von Unterjochen und Unterdrücken und egoistischer Machtausweitung. Die ganze Welt sollte zu einer Gemeinschaft gehören – eine Menschheit vereint durch die Idee einer Schicksalsgemeinschaft, die durch die Verschiedenheiten ihrer Mitglieder erst die notwendige Bereicherung und Ganzheit erlangt. Ähnliches wurde auch später in der so genannten Romidee wieder aufgegriffen, welche eine gemeinsame und einheitliche Kultur – ausgehend vom römischen Recht –, aber durchaus auch den Rechtsbereich überschreitend, im europäischen Raum zu schaffen beabsichtigte.

Ebenso wird heute speziell im rechtlich, wirtschaftlichen und politischen Bereich zunehmend Zusammenarbeit und Einheitlichkeit angestrebt. Galt früher das Völkerrecht der Koexistenz (Völkerrecht = Recht, das die Beziehungen der einzelnen Staaten untereinander regelt), so wurde dieses durch das Völkerrecht der Kooperation abgelöst. In allen möglichen Bereichen gibt es internationale oder überregionale Organisationen, die aber die staatliche Souveränität (= Recht auf Selbstbestimmung und Autorität des einzelnen Staates) achten müssen.

Es gibt aber auch Formen der Zusammenarbeit, die über den Rahmen der INTER-Nationalität in den Bereich der SUPRA-Nationalität hinausgehen – die gleich einem „Über-Staat“ über die einzelnen Mitgliedstaaten konstruiert ist. Hierzu wäre zum Beispiel die Europäische Union zu zählen. Das hierfür charakteristische Kriterium ist die Möglichkeit einer zwingenden Bindung jedes Mitgliedstaates an Mehrheitsbeschlüsse.

Diese Organisationen funktionieren sehr gut, solange die staatliche Gewalt (Souveränität) nicht zu sehr eingeschränkt wird und zudem der individuelle Nutzen für den einzelnen Mitgliedstaat eindeutig größer ist als das Ausmaß der Einschränkung der freien eigenen Entscheidung. Sobald dieser Punkt überschritten wird, degradieren sich die Institutionen zu bloßen Schein- und Alibihandlungen, die faktisch nichts mehr bewirken, nach außen hin aber den Eindruck von zielgerichtetem aktiven Bemühen erwecken.

Der erste Fall von BSE wurde in England im Jahr 1986 (!) bekannt. Nach 14 Jahren halbherziger Lösungen sieht sich nun ganz Europa einem Problem ungeahnten Ausmaßes gegenüber – und dies trotz EU.

Bei allen Institutionen, die auf dem Einstimmigkeitsprinzip aufbauen, gilt: Sind nicht alle dafür, geschieht nichts.

Das zweite große Problem der kooperativen und integrativen Organisationsformen liegt in der Schwierigkeit bzw. in ihrer Unfähigkeit, das Gemeinwohl, sprich die Ziele, Aufgaben, Funktionen etc. zu erkennen, zu formulieren und dann tatsächlich zu verfolgen. Die logische Konsequenz daraus ist, dass die Gemeinschaft nicht für ein übergeordnetes Ziel – sei es nun materiell oder ideell – arbeitet, sondern wiederum nur partikuläre Einzelinteressen entsprechend den herrschenden Machtverhältnissen verfolgt. Die EU-Euphorie ist gewichen. In den Medien spricht man heute von der Eurokratie in Brüssel als eine überbürokratisierte, antidemokratische Machtzusammenballung nach dem Prinzip der Macht des Starken. Derart gezielte Machteinflüsse sind vor allem in den Fällen der verbindlichen Mehrheitsbeschlüsse leicht möglich.

Schütten wir allerdings nicht das Kind mit dem Bade aus. Der erste Schritt liegt beim Einzelnen – beim sozialen Menschen. Er muss wieder lernen, mit sich selbst zusammenzuleben, mit seinem Partner, seiner Familie und in der Gemeinschaft. Der philosophische Mensch erlangt das eigene Glück nicht auf Kosten des Glücks des anderen.

Es ist schon schwer zu sagen: Was ist Glück für mich? Und noch schwerer ist: Was ist Glück für mich UND die anderen. Die Aufgaben und Ziele einer größeren Gruppe von Menschen zu bestimmen, darf nie eine Frage der äußeren Macht sein, sondern muss immer eine Frage einer inneren Kompetenz bzw. moralischen Berechtigung sein.  


„Das ganze Universum schreitet voran:
wir wissen weder woher es kommt,
noch wohin es sich bewegt,
aber wir wissen,
dass es unser Schicksal ist,
unerbittlich mit ihm vorwärts zu gehen.
Versuchen wir es am besten und würdigsten zu tun.“

Jorge A. Livraga, Gedanken


Autorin: Barbara Fripertinger

Literatur
• Reinhold Zippelius: Allgemeine Staatslehre, Politikwissenschaft, 7. Auflage, Beck 1980
• Konrad Ginther: Einführung in das Völkerrecht, 1991
• Ota Weinberger: Einführung in die juristische Methodenlehre, 4. Auflage, Fachschaft für Juristen, 1984
• Robert Kaspar: Natur und Kultur der menschlichen Familie, 1994
• Platon: Der Staat, Reclam, 1958
• Jorge A. Livraga: Gedanken - Ausgewählte Zitate aus den Werken von Jorge A. Livraga, Kulturverein Neue Akropolis, 1992
• Walter Wittmann: Zwischen Markt und Staat - Der steinige Weg zur europäischen Einheit; Wirtschaftsverlag Müller / Herbig
 
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