„ ... und dieses Leben umfasst ein Schlaf“
Shakespeares Dramen zwischen Traum und Wirklichkeit
Es gibt kaum einen zweiten Dichter, der sich so oft des Traumes bedient hat, um die Wirklichkeit darzustellen, wie William Shakespeare.
Vor allem in seinen Komödien ist der Traum ein Schlüssel zum Verständnis der realen Welt. Das erscheint nur auf den ersten Blick unverständlich. Denn für den Renaissancemenschen Shakespeare war der Traum mindestens genauso wirklich wie die Wirklichkeit.
Wer war W. S.?
Die Vermutung, dass William Shakespeare nicht William Shakespeares Werke geschrieben hat, gibt es schon fast so lange wie den Dichter selbst. Theorien über die Person hinter dem Werk gab es die verschiedensten, von Christopher Marlowe über Sir Francis Bacon bis zur Königin Elisabeth. Eine scheint sich jedoch nun immer mehr zu erhärten: Ein gewisser John Thomas Looney brachte im Jahre 1920 mit seinem Werk „Shakespeare Identified“ die Theorie auf, die sich mehr und mehr erhärtet, nämlich dass der Urheber von Shakespeares Werk Edward de Vere, 17. Earl of Oxford war. Es wird jedoch noch immer von vielen Literaturwissenschaftlern an der Version festgehalten, das Werk stamme aus der Feder eines Kaufmanns aus Stratford, der meist mit „Shaksper” unterschrieben hat. Interessant ist vor allem der Fanatismus und die oft ganz und gar nicht wissenschaftlich hervorgebrachten Anschuldigungen, mit denen sich die beiden Gruppen von Shakespeare-Kennern befehden, wobei sich die einen als Stratfordianer, die anderen als Oxfordianer bezeichnen.
Schon allein diese Tatsache zeigt, dass auch heute, fast 400 Jahre nach dem Tod des Dichters, dieser noch immer eine ungeheure Anziehung auf uns hat und niemanden kalt lässt. Abgesehen davon, dass es für die Betrachtung seines Werkes keinen großen Unterschied macht, ob es nun von einem Adeligen oder einem einfachen Kaufmann geschrieben wurde, sind sich zumindest alle einig, dass der Dichter ein Mensch der Renaissance war. W. Shaksper lebte 1564-1616, Edward de Vere 1550-1604.
Renaissance
Wenn wir uns näher mit dem Traum in Shakespeares Dramen befassen wollen, so ist die Tatsache, dass sie in der Renaissance entstanden sind, von großer Bedeutung. Man muss das Werk vor dem Hintergrund dieser Zeit sehen. Die Renaissance war wie kaum eine andere Epoche vom hellen Glanz eines neuen Menschenbildes und den Schattenseiten von Fanatismus und Intoleranz geprägt. Auf der einen Seite nimmt sich der Mensch wieder als Individuum wahr, das selbst zu seinem Glück beitragen kann und nicht mehr auf die Gnade eines Gottes und die Erlösung im Jenseits angewiesen ist. Es findet eine Rückbesinnung auf die Antike statt, die empirischen Wissenschaften erleben eine Wiedergeburt. Man trifft auf Universalgelehrte wie Giordano Bruno, Leonardo da Vinci, etc. Auf der anderen Seite ist ganz Europa von einer Glaubensspaltung und einer Verfolgung Andersdenkender geprägt. So werden etwa im Jahre 1572 in Frankreich in der Bartholomäusnacht
70000 Protestanten getötet, im Jahre 1600 wird Giordano Bruno in Rom am Campo dei fiori als Ketzer lebendig verbrannt.
Auch England ist ein religiöses Pulverfass. Zwar erlebt England in der Regierungszeit von Königin Elisabeth I. (1558-1603) eine kulturelle Blüte, die religiösen Gegensätze sind aber enorm. Auf der einen Seite werden Aufstände der Katholiken gegen die anglikanische Kirche niedergeschlagen, auf der anderen Seite wächst die Zahl der militanten Puritaner.
Von solchen Ereignissen traumatisiert wenden sich vor allem gebildete Menschen okkulten Praktiken und dem esoterischen Wissen der Astrologie, Alchemie sowie verschiedenen Spielarten der hermetischen und gnostischen Philosophie zu.
Shakespeares Individuen
Shakespeares Dramen werden nun in dem Kontext dieses Spannungsfeldes beleuchtet. Ein wesentliches Element in seinem Werk, das ihn zu einem Dichter seiner Zeit macht, sind die Charaktere, die er geschaffen hat. Es gibt keinen anderen Dichter, der solch eine Fülle an Individuen erfunden hat, die auch nach 400 Jahren noch in unserem Denken präsent sind, wie z.B. Falstaff, Lady Macbeth, Zettel, Puck, Romeo und Julia. Und selbst wenn wir niemals eine Hamlet-Aufführung gesehen haben, wissen wir doch, wer Hamlet war und wofür er steht.
Dass uns all die Charaktere in Shakespeares Werk so lebendig erscheinen, hat mit einer Eigenschaft Shakespeares zu tun, die der Dichter John Keats als „negative capability” bezeichnet – und damit unterscheidet sich Shakespeare wesentlich von den Klassikern. Das bedeutet einen Grad an Objektivität, der jedem Gedanken, jeder Emotion einen gleichwertigen Ausdruck, jeder Person, auch der unsympathischsten, eine überzeugende Präsenz verleiht. Das macht ihn aber zugleich für jegliche Art von Vereinnahmung anfällig. Und so kommt es dazu, dass jedes Zeitalter und jede Weltanschauung sich seinen Shakespeare selbst zurechtgezimmert hat, von der Romantik bis zum Nihilismus, vom Marxismus bis zum Faschismus.
Doch jenseits dieser scheinbaren Beliebigkeit in seinem Werk ist doch eine sehr eindeutige Geisteshaltung zu finden: Shakespeare war ein Meister der Dialektik. Es gibt in seinen Dramen zwar keine These ohne Antithese, doch wirkliche Dialektik bedeutet, auch immer zu einer Synthese zu gelangen. Die finden wir zwar nicht direkt in seinen Stücken, aber seine Figuren scheinen diese Synthese zu umkreisen, sie findet sich in dem, was Shakespeare nicht geschrieben hat und doch immer präsent ist.
Leeds Barroll bemerkt, dass die Ideale der Renaissance, seien es die der gläubigen Christen, der Philosophen oder der Anhänger okkulter Wissenschaften, in irgendeiner Weise alle ein gesteigertes Bedürfnis des Menschen nach Vereinigung oder Gemeinschaft mit einem Größeren betonen, das persönliche Züge trägt, mit Gott oder einem Geistwesen. Daraus ergibt sich eine Spannung, ein unbefriedigtes Verlangen, und Shakespeare wurde der große Meister, der sich die Kluft zwischen Personen und dem persönlichen Ideal zunutze machte.
Es war aber nicht nur Shakespeares Art der Darstellung seiner Charaktere, durch die sie unsterblich wurden, sondern auch ihr Facettenreichtum und die ungeheure Dichte ihrer Gedanken, Gefühle und Eigenschaften. Shakespeares Figuren sind zwar Wesen der Neuzeit und haben mit dem antiken Theater oder den christlichen Passionsspielen des Mittelalters nichts mehr zu tun, doch seine Figuren haben sehr wohl etwas Archetypisches an sich, das über eine naturalistische Personenzeichnung hinausgeht. Hamlet repräsentiert von einem gewissen Punkt an nicht mehr nur sich selbst und verwandelt sich in etwas anderes als ein vereinzeltes Ich – aber dieses Etwas ist nicht eine zusammengewürfelte Mehrzahl von Ichs, sondern ein universaler Charakter.
Innenleben
Um solche Charaktere darzustellen, muss sich ihr Innenleben vor dem Zuschauer entfalten. Das gelingt Shakespeare unter anderem durch die Monologe seiner Figuren, von denen viele noch immer zu den größten der Theatergeschichte zählen und die einen Blick in die tiefsten Tiefen der Seele der Bühnenfigur erlauben. Oft fächert sich die seelische Wirklichkeit der tragenden Figuren aber auch über das ganze Stück auf, wird durch brillante dialektische Dialoge reflektiert und durch die Handlung kommentiert. Die Grenzen zwischen subjektiver Innenwelt und objektiver Außenwelt verschwimmen. Hamlet verspricht dem Geist seines Vaters: „Dein gedenken? Ja, / Du armer Geist, solang‘ Gedächtnis haust / In dem zerstörten Ball hier,“ und meint mit dem «zerstörten Ball» (engl.: this distracted globe) zugleich den Erdball, Hamlets verstörten Kopf und das Globe Theatre, wo das Drama Hamlet gespielt wurde.
Traum
Shakespeare gibt aber auch ein Abbild des Innenlebens, indem er, besonders in seinen Komödien, die sich widerstreitenden Kräfte unserer psychischen Realität auf mehrere Menschen, Geister oder andere Fabelwesen aufteilt und somit auf der Bühne das abhandelt, was sonst in unserem Inneren verborgen bleibt. Das erklärt, weshalb uns Shakespeares Königs- und Römerdramen noch fesseln können, obwohl wir in einer bürgerlichen Republik und einer Industriegesellschaft leben. Einerseits gewiss, weil die Struktur des Kampfes um die Macht sich nicht dem Wesen sondern nur der Form nach ändert; andererseits aber auch, weil Gestalten wie König und Königin, Prinz und Prinzessin, Ereignisse wie Ursupation des Throns und Sturz eines Königs als archetypische Figuren und Vorgänge gelten können, die uns – wie die anhaltende Beliebtheit und therapeutische Bedeutung der Märchen zeigen – als Symbole und Erklärungsmuster für die Triumphe, Krisen und Katastrophen unserer eignen Lebensläufe dienen.
Darin hat die Funktion des Traumes und des Theaters eine große Ähnlichkeit. Nach C.G. Jung beinhaltet der Traum Botschaften aus dem
kollektiven Unbewussten, die sich archetypischer Symbole und Figuren bedienen. Und auf diese Ähnlichkeit weist Shakespeare in seinen Werken oft genug hin, etwa wenn Prospero, der weise Magier aus dem „Sturm”, sagt, nachdem er seiner Tochter Miranda und Ferdinand eine Vision erscheinen hat lassen: „Wie dieses Scheines lockrer Bau, so werden / die wolkenhohen Türme, die Paläste, / Die hehren Tempel, selbst der große Ball, / Ja, was daran nur teil hat, untergehn; / Und wie dies leere Schaugepräng erblasst, / Spurlos vergehen. Wir sind aus solchem Stoff / Wie der zum Träumen, und dies kleine Leben / Umfasst ein Schlaf.“
Auch hier bedient sich Shakespeare wieder der Mehrfachbedeutung von „globe”. Mit „selbst der große Ball” (the great globe itself) ist das Theater und die Erde gemeint. Er setzt sowohl die Realität wie die Bühne mit dem Traum gleich. Allen drei Ebenen kommt dieselbe Wirklichkeit zu.
„Der Sturm”
Zu den Analogien Bühne – Traum und Bühne – Wirklichkeit finden wir im Sturm noch andere Hinweise. Prospero wird oft mit einem Regisseur verglichen, viele Kommentatoren sehen Shakespeare selbst in dieser Figur. Er führt die Figuren durch das Stück, stellt sie auf die Probe. Die Schiffbrüchigen führt er durch die Proben des Wahnsinns, Ferdinand und Miranda müssen ihre Liebe beweisen, Ariel die Treue zu seinem Herrn.
Ist Prospero der Regisseur, so ist die Insel,
auf der das Stück spielt, die Bühne. Das verdeutlicht sich durch Zeitangaben, die im „Sturm” gemacht werden. Die Handlung dauert knappe vier Stunden. Sie beginnt mit dem Schiffbruch um zwei und endet mit dem Abendessen um sechs Uhr. Tatsächlich haben die Aufführungen zu Shakespeares Zeiten ca. von drei Uhr nachmittags bis sechs Uhr abends gedauert.
Die Insel als Gleichnis bestärkt Shakespeare durch sich widersprechende geographische Angaben über die Lage der Insel. Damit will er auf die Gültigkeit der Handlung jenseits räumlicher Grenzen hinweisen. Ähnlich verhält es sich in vielen Stücken Shakespeares mit den Anachronismen. Auch im Sturm ist es gleichzeitig Winter und Sommer.
Ist die Insel die Bühne, so ist sie zugleich der Spielort der in uns widerstreitenden Kräfte, da Shakespeare, wie wir oben dargelegt haben, immer auch die innere Wirklichkeit abbildet. Dies finden wir in folgenden Handlungselementen:
Die Hexe Sykorax hält den Luftgeist Ariel gefangen. Nach ihrem Tod herrscht ihr Sohn, das Ungeheuer Caliban, über die Insel. Ariel kann man als Entsprechung für unsere Psyche deuten, also unseren Intellekt und unsere Gefühle; Caliban als unsere tierischen Impulse und niederen Leidenschaften. Die Psyche wird also von dem tierischen Teil in uns gefangen gehalten.
In diese Missstände greift nun Prospero als geistiges Element mit seiner Zaubermacht ein, als er auf die Insel gelangt. Er befreit Ariel, macht Caliban, eigentlich König der Insel, zu seinem Diener, der, nachdem er versucht hat, Prosperos Tochter Miranda zu vergewaltigen, zur Strafe niedere Dienste verrichten muss. So finden wir die drei Aspekte dargestellt, aus denen nach einem Schlüssel der Mensch besteht, nämlich Körper, Seele und Geist.
Ariel ist ein guter Geist, doch auch er dient Prospero nicht ganz freiwillig. Er will frei sein. Prospero verspricht ihm das auch, nachdem er all seine Aufgaben erfüllt hat. Auch hier können wir eine Analogie zur Psyche entdecken, die sich immer ablenken lässt und sich nur dem zuwenden will, was sie gerade interessiert oder was ihr angenehm ist.
Die Freiheit, die Ariel am Ende erlangt, ist jedoch eine andere, als wir vermuten. Er löst sich gleichsam in Luft auf, wird eins mit der Natur. Er stellt also den sterblichen Teil der Seele dar, während Prospero, den unsterblichen Teil verkörpernd, die Insel, also die Bühne, also die Welt, am Ende des Stückes verlässt. Bedenkt man, dass „Der Sturm” vielleicht Shakespeares letztes Werk ist und er sich mit Prospero selbst gemeint haben könnte, so kann man den Epilog des Prospero nicht nur als Abschied von der Bühne, sondern vielleicht auch als Abschied von der Welt deuten.
„Ein Sommernachtstraum”
Ein weiteres Stück Shakespeares geht auf die Analogie Traum – Wirklichkeit ein: der „Sommernachtstraum”. Er ist neben dem „Sturm” und „Verlorene Liebesmüh” das einzige Stück Shakespeares, das keiner literarischen Vorlage folgt.
Im Zentrum dieses Stückes steht die Liebe, der sich der Autor wieder von verschiedenen Seiten, in Analogien und Spiegelungen nähert. Die Figuren in diesem Stück machen alle eine Reise in die Traumwelt, in das Unbewusste und konfrontieren sich mit den Tiefen und Höhen der Liebe: von animalischer Begierde bis zur reinen Hingabe.
Die Geschichte, die von den zwei jungen Liebespaaren Hermia und Lysander sowie Helena und Demetrius erzählt wird, ist eine Art Initiationsritus. Sie müssen erst ihre wirkliche Liebe beweisen und werden auf die Probe gestellt. In der Nacht vor ihrer Hochzeit gelangen sie aufgrund von Beziehungsverwicklungen und auf der Flucht vor den strengen Gesetzen Athens in den Wald, der auch immer für unsere unbewusste Seite und die Traumwelt steht. In dieser Sommernacht wird ihnen vor Augen geführt, wie relativ und unreif ihre Liebe ist. Von dem Elfenwesen Puck verzaubert, hassen sie mit vollem Herzen die Person, die sie vor einer Stunde noch geliebt haben und umgekehrt. Als sie am nächsten Morgen von der königlichen Jagdgesellschaft geweckt werden, kommentiert Hermia das Erlebte so: „Mir ist, ich säh dies mit geteiltem Auge,/ dem alles doppelt scheint.“ Sie hat nun die andere Seite ihrer Liebe wahrgenommen, nämlich die unbewusste und verborgene.
Das Elfen-Herrscherpaar Oberon und Titania schlichtet seine Streitigkeiten ebenfalls mittels des Traumes. Sie streiten sich um ein indisches Pflegekind, dabei geht es aber vor allem um Einfluss und Autorität. Durch den Streit ist das weibliche und männliche Element in der Natur entzweit. Dürre, Überflutungen, Fäulnis sind die Folge. Bei dieser Auseinandersetzung werfen sie sich gegenseitig ihr Verhältnis zu Theseus und Hippolytha vor, dem Herrscherpaar in Athen und damit der äußeren Welt, das kurz vor der Hochzeit steht. Dies zeigt die Verbindung der beiden Paare als zwei Seiten derselben Personen. Zur Läuterung dieses Missverhältnisses entschließt sich Oberon mit Hilfe von Puck, Titania mit den Tiefen ihrer animalischen Sexualität zu konfrontieren: Sie wird von Puck verzaubert und erlebt die unbewusste Seite des Traumes, nur ist sie dabei wach. In ihrem Wach-Traum kompensiert sie ihre feenhafte Reinheit durch den Beischlaf mit Zettel, dem Puck einen Eselskopf angezaubert hat. Durch die Konfrontation mit den unbewussten Inhalten ist das Gleichgewicht zwischen männlich und weiblich wieder hergestellt. Das Kind ist kein Thema mehr. Die anstehende Hochzeit von Theseus und Hippolytha kann mit dem Segen der Feenwelt – oder des Unbewussten – stattfinden.
Zettel ist in diesem Stück der Naive, der rein bleibt. Er kann aufgrund seiner Reinheit als Einziger die Feenwesen sehen. Er wird zwar auch mit der Sexualität konfrontiert, doch eher als Objekt der Begierde für Titania. Sein großer Monolog nach dem Aufwachen erzählt von einer Welt, die mit unseren Sinnen nicht fassbar ist. „Des Menschen Auge hat's nicht gehört, das Menschen Ohr hat's nicht gesehen, des Menschen Hand kann's nicht schmecken, seine Zunge kann's nicht begreifen und sein Herz nicht wiedersagen, was mein Traum war.“
Schlusswort
Diese beiden Beispiele aus Shakespeares universalem Schatz an Dramen mögen dem Leser deutlich machen, weshalb Shakespeare ein unsterblicher Dichter ist, oder wie sein größter Rivale Ben Jonson einst sagte: „Er gehört nicht einem Zeitalter, sondern allen Zeiten.” Denn der Mensch wird wie vor 400 Jahren auch noch in tausend Jahren dieselben Kämpfe kämpfen, dieselben Träume träumen, dieselben Höhen und Tiefen der Liebe erfahren. Das ist die Realität in Shakespeares Werk. Es ist die Realität des Menschlichen. Wir können uns hinter den Ablenkungen unserer Zeit verstecken, doch die Fragen, die das Leben an uns stellt, werden nicht verstummen. Und das war auch in der Renaissance so. Das Genie Shakespeare hat sich den Fragen gestellt. Seine Antworten sind Dramen voller Leben, die die Menschheit auf ihrem Weg begleiten und unterstützen werden.
Literatur:
• Gary Taylor and Stanley Wells: The Oxford Shakespeare – The Complete Works, Clarendon Press, 1998
• Alan Posener: William Shakespeare, Rowohlt, 1999
• Walter Klier: Das Shakespeare-Komplott, Steidl, 1997
• Harold Bloom: Shakespeare – Die Erfindung des Menschlichen, Berlin Verlag, 2000
• Klaus Reichert: Der fremde Shakespeare, Edition Akzente Hanser, 1998
• Jan Kott: Shakespeare heute, Alexander Verlag, 1989
• Literaturen 3/4 2001, Hg.: Friedrich Berlin Verlag
Autor: Volker Schmidt
(aus: Abenteuer Philosophie Heft Nr. 84)
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