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UNESCO - Welttag der Philosophie in Neue Akropolis München

 

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„Dialog: Zwischen wem und über was?" Dieses Motto war Ausgangspunkt für die Bemühung der UNESCO, anlässlich des Welt-Tages der Philosophie am 15.11. 2007, den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen zu vertiefen und das Verstehen gemeinsamer Werte anzustoßen.

 

Aus diesem Anlass hat auch Neue Akropolis e.V. in Deutschland eine sogenannte "Lange Nacht der Philosophie" veranstaltet, und diesmal in allen vier Orten unter dem folgenden Motto: "Warum die Philosophie uns zu Abenteurern macht - Philosophie führt zur Handlung"

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München:

 

In einer „Langen Nacht der Philosophie" nahm sich das Freie philosophische Zentrum Neue Akropolis München dieses Themas an und entführte seine zweiunddreißig Besucher mittels Kurzvorträgen zu einer „Nachtwanderung" mit vier Themen-Gipfeln.

 

Der erste Vortrag stellte die These in den Raum, „Philosophie ist ein Abenteuer". Jedoch klang die schwere Kost der theoretisierenden Philosophie, die eingangs zitiert wurde, so gar nicht nach Abenteuer. Dies änderte sich, als man den praktischen Aspekt der Philosophie beachtete. Philosophen wie Seneca („Weiße Haare und Falten sind Zeichen einer langen Existenz, nicht eines langen Lebens") führen uns auf einen Weg voller Abenteuer zu uns selbst.

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Man könnte dies auch den Weg der Handlung nennen, der im zweiten Vortrag mit einem Vergleich von westlicher (Kant) und östlicher (Bhagavad Gita) Philosophie beleuchtet wurde. Zentral ist bei beiden die „rechte Handlung", d. h. die Dinge aus Pflichtbewusstsein (Imperativ des Gesetzes) und nicht aus irgendeiner Neigung heraus anzugehen. Das hört sich erst mal anstrengend an, aber eine Reise wird erst dann zum Abenteuer, wenn man in seinem Rucksack die schwere Trägheit mit der leichten Form der Erkenntnis ersetzt.

 

Glücklicherweise gab es auch an diesem Abend der Wanderung zwischen den Gipfeln eine ausgiebige Rast in Form von anregenden philosophischen Gesprächen an der Bar.

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Gestärkt erfuhr der Zuhörer vom Gesetz des Karma, dem Gesetz von Ursache und Wirkung: Jegliche Handlung hat eine Ursache und eine Wirkung. Diese hängen von der Übereinstimmung mit dem Dharma ab, dem Gesetz des individuellen Ziels für jeden von uns. Wer nun Angst vor einem deterministischen Weltbild hat, der wird mit dem Prinzip des freien Willens beruhigt. Der Mensch darf individuell entscheiden, welchen Weg er geht. Jedoch nur wenn er Schmerz erleidet, wird er seine - "falsche" im Sinne des Dharma - Richtung ändern.

 

Wir erreichten den letzten Gipfel dieser philosophischen Wanderung, bei der wir von der Entwicklung des Philosophen zum Politiker anhand des berühmten Höhlengleichnisses von Platon erfahren. Dabei wird dem Zuhörer die Frage gestellt, ob er selbst denn lieber in einer gemütlichen, aber dunklen Höhle weilt, oder den unangenehmen Weg auf sich nimmt, heraus aus der Höhle zum Licht der Ideale zu gelangen. Der Anspruch Platons an den Politiker besteht darin, dass dieser nach gewonnener Erkenntnis wieder zurück in die Höhle kehren und den anderen Menschen von den leuchtenden Idealen  erzählen soll. Auch wenn wir als Zuhörer schmunzeln über die Kluft zwischen idealem und realem Politiker, müssen wir uns fragen, ob wir es uns nicht selber  in einer Höhle des Unwissens recht gemütlich machen.

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Hinaus in der nächtlichen Wirklichkeit Münchens spüren wir zwar die Kälte des kommenden Winters, jedoch ein kleiner Erkenntnisfunken wärmt uns das Innere.


 


Martin Holub

 

Link zur "Langen Nacht der Philosophie" anlässlich des UNESCO-Welttages der  Philosophie in Stuttgart, Ulm, Nürnberg


 


 


 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 30. Januar 2008 )